Elisabeth Kaufmann
 
Walter Dahn     

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AUSSTELLUNG 2. MÄRZ BIS 13. APRIL 2002
„Zunächst ist Dahn ein Geher, der nicht nur die Wälder, sondern vor allem auch die Städte und damit die Zivilisationsräume insgesamt begeht. Damit ist er im Fluss der Informationen. Und . Und dann gibt es den Augenblick des Stehens, in dem Zivilisation und Information sich bündeln und verdichten, weil sie eindringen können. Im Stehen bewegt sich die Welt und im Gehen wird die Welt bewegt.“ (Michael Glasmeier im Katalog Walter Dahn Drinking and Eating Soil/ The Remix, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig 2001)

Das Zitat von Michael Glasmeier beschreibt auf bildhafte Weise wie Walter Dahn in den Schaffensprozess eingebunden ist. In erster Linie ist der in Köln lebende Künstler ein Rechercheur. Ein Rechercheur, der sich nicht im proustschen Sinn auf eine obsessive Suche begibt, sondern der mit offenem Blick durch die Welt wandert. Ein Flaneur.
Beliebte Orte sind u.a. der Zoo, das Völkerkundemuseum, der Botanische Garten oder das Naturkundemuseum, auch Küchen und der Aachener Weiher – Orte, wo er eine inszenierte Kultur vorfindet. Dabei ist Walter Dahn nicht interessiert an einem bewussten Staging, das häufig in der postmodernen Video- und Fotokunst zum Thema wird. Was er an diesen Orten sucht, ist die gewisse Beiläufigkeit in der Inszenierung, sowie sie sich auch im Alltag findet. Im Paradox von Beiläufigkeit und Inszenierung eröffnen sich in den Werken von Walter Dahn eine Vielzahl an (neuen) Blicken. Bei diesem Vorgang bezeichnet sich Walter Dahn auch als Camoufleur, der die Dinge selbst in einen Wandel versetzt. Die Dinge werden transparent und lassen andere Schichten durchschimmern. Auf diese Weise wird er wieder zum Maler, obwohl er eigentlich nicht malt: er fotografiert und sammelt Dinge.
Für die Ausstellung bei Elisabeth Kaufmann wird er sowohl Fotografien als auch Dinge, die er scheinbar beiläufig dem Kontext der „inszenierten“ Kultur (Kultur ist eigentlich immer schon inszeniert) entnimmt, in Vitrinen und an den Wänden inszenieren.
Er fordert damit den Betrachter auf, die Zusammenhänge neu zu sehen und auf Entdeckungsreise zu gehen, wie es der Sammler für seine Wunderkammer damals betrieben hat.

Annamira Jochim